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Müdigkeitsgefühle aus und ein Gefühl der Langeweile lässt sich nicht unterdrücken
Woran liegt das? Diese Art der Fotografie nenne ich “Knipsen”. Man sieht etwas vermeindlich Schönes, hält die Linse drauf und drückt auf den Auslöser, fertig.
Dann gibt´s noch das “Fotografieren” Dabei schaut sich der Fotograf das Motiv ein wenig näher an, versucht einen Standpunkt zu finden, von dem aus entweder das (nehmen wir als Beispiel ruhig wieder ein Gebäude) komplett auf dem Bild zu sehen ist, Licht und Schatten das Motiv modellieren, eine Art der Symetrie zu finden ist, oder besondere Merkmale besonders hervor gehoben werden, eine interessante Perspektive gefunden wird etc etc.
Vor allem aber haben die Angehörigen auf solchen Bildern nichts verloren, sie lenken vom Motiv ab. Der Kern ist, dass man sich bereits vor der Aufnahme Gedanken darüber macht, was man eigentlich zeigen möchte.
Beispiel: Ich möchte das wunderschöne, mit vielen Ornamenten verzierte Portal einer alten Kirche fotografieren. Dazu suche ich einen Standpunkt, der sich wenn´s möglich ist, genau in der Mitte des Portals befindet, um Verzerrungen zu vermeiden. Ich versuche eine Tageszeit zu wählen, an der die Sonne ein wenig schräg auf das Tor scheint, damit die Ornamente in ihrer Plastizität hervorgehoben werden. Licht und Schatten modellieren Tiefe in ein Motiv und machen es spannender und plastischer. Als nächstes schaue ich, dass ich eine Brennweite wähle, bei der ich lediglich das Tor in meinem Sucher habe, ablenkende oder störende Elemente also vermieden werden. Aber das Portal ist komplett auf dem Foto! Es ist nichts an- oder abgeschnitten. Lässt es sich nicht vermeiden, dass Leute durch´s Bild wandern, benutze ich ein Stativ und wähle eine lange Belichtungszeit, die die Personen auf dem Foto nur noch als schwache Schemen erkenn lässt. Die kann man mit geeigneter Software weiter abmildern, sodass sie im Nachhinein nicht mehr zu erkennen sind.
Das Fazit ist also: Nah ran, so nah ran wie möglich! Zeige das, und nur das, was Du wirklich zeigen möchtest! Alles andere hat auf dem Foto nichts verloren, weil´s ablenkt.
Ein anderes Beispiel wäre, wenn ich vor diesem Portal beispielsweise meine Frau ablichten möchte. In diesem Fall lasse ich sie sich ein wenig weiter weg vor dem Tor positionieren und wähle eine möglichst grosse Blende, damit der Hintergrund unscharf wird und wähle als Auschnitt ihr Gesicht. Ich möchte also ihr Gesicht zeigen, und sonst nichts!
Die Möglichkeiten, die Wirkung eines Bildes zu beeinflussen sind sehr vielfältig.
Weiteren Einfluss können wir durch Verwendung von zusätzlichen Lichtquellen nehmen. Ein weit verbreitetes Hilfsmittel dafür ist der Blitz. Die heutigen digitalen Kameras haben fast alle einen solchen eingebaut, bei Bedarf klappt er auf oder wird bei zu geringem Licht von der Kamera automatisch aktiviert. Als Aufhellendes Element, um im Schatten liegende Motivteile aufzuhellen ist er durchaus geeignet. Als alleinige Lichtquelle jedoch fast unbrauchbar. Der Blitz liegt fast in der optischen Achse des Objektivs, erzeugt also eine flache Beleuchtung von vorne und lässt sämtliche Strukturen, Unebenheiten und Tiefen im Bild verschwinden. Ganz zu Schweigen von roten Augen, die er im Gesicht einer Person erzeugt. Gut, die eingebauten Blitze haben mittlerweile fast ausnahmslos einen sogenannten Vorblitz, der dafür sorgen soll, dass sich die Pupille des zu Fotografierenden vor dem Hauptblitz ein wenig schliesst und somit nicht mehr soviel Licht auf die Netzhaut seiner Augen fällt, Aber dennoch erzeugen sie einen unangenehmen und unnatürlichen, wenn auch kleinen roten Punkt in den Augen desjenigen.
Eine weitere zusätzliche Lichtquelle wäre ein sogenannter Aufheller. Das sind meist handliche und leichte Rahmen, die mit reflektierendem Material unterschiedlicher Farben bespannt sind. Goldfarbene Bespannungen erzeugen eine wärmere Reflexion auf dem Motiv als Silberfarbene, die eher für kühles Licht sorgen. Weisse Bespannungen reflektieren recht neutral, während man mit schwarzen Aufhellern unerwünschtes Licht absorbieren kann.
Studioblitze müssen an dieser Stelle ebenfalls erwähnt werden. Sie gibt´s in den unterschiedlichsten Ausstattungen , Grössen und Stärken. Ebenso erlauben sie, verschiedene “Lichtformer” aufzusetzen, die einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Art des Lichtes haben, und sie sind in ihrer Intensität einstellbar. Studioblitze erlauben es dem Fotografen, Lichtsituationen aufzubauen, die mit den natürlich Lichtquellen (Sonne, Wolken, von der Wand reflektiertes Licht und so weiter) nicht zu erreichen sind. Er kann gezielt die gewünschte Wirkung seiner Bilder beeinflussen.
All dies beschreibt die technische Seite, die ein Foto interessanter macht und “aufpeppt” Fast noch wichtiger ist jedoch der Bildaufbau
Es geht hier in erster Linie um die digitale Fotografie, da sie heutzutage am weitesten verbreitet ist und meiner Ansicht nach der analogen Fotografie überlegen ist. Ein Grund für mich, dies anzunehmen sind die Möglichkeiten der Bildbearbeitung.
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