Bildaufbau

Mit einem überlegten Bildaufbau und einer gewissen Struktur im Bild sind wir in der Lage, ein Bild spannend und interessant zu gestalten, sodass es spontan aus einer Reihe der sonst üblichen Fotos hervorspringt.

Ein Beispiel könnte unsere Kirche oder Kathedrale sein, die wir im Urlaub ablichten wollen. Man kann natürlich einfach hergehen, sie fotografieren und fertig. Aber dann ist dies wieder eins der Fotos, die beim Betrachter Langeweile auslösen. Er war ja nicht am Ort, als das Foto gemacht wurde, und kann sich darum nicht in die Dimensionen hineinversetzen.
Man kann jedoch auch so nah herangehen, dass nur die Kathedrale zu sehen ist (ganz wichtig), eine möglichst kleine Brennweite wählen und von unten nach oben fotografieren. Dabei sollte man darauf achten, dass nichts von der Kirche abgeschnitten wird, die Kirchtürme beispielsweise komplett auf dem Foto sind. Ein weiterer Tipp ist, nach Symetrie im Bild zu suchen. Wir stellen uns also mittig vor den Eingang der Kirche und schauen uns an, wie sie rechts und links davon gebaut ist. Meist besitzen Kirchen einen symetrischen Aufbau, den wir uns hier zu Nutze machen können. Durch die gewählte Perspektive wirkt die Kathedrale gross und scheint in den Himmel zu ragen. Eine Kirche ist ja auch gewissermassen das Bindeglied zwischen Himmel und Erde, also hätten wir auch das Thema richtig erfasst.
Ein solches Kirchenfoto wird den Betrachter länger darauf schauen lassen, als ein Bild, das so beiläufig mal eben im Vorbeigehen geschossen wurde.
Solcherlei Beispiele findet man zu tausenden in seiner Umgebung. Man sollte sich also bereits vor der Aufnahme Gedanken darüber machen, was man zeigen möchte, und wie. Eine Hilfe dabei könnte sein, dass man sich überlegt: “Hmm, mein Auto gibt es so oft auf der Strasse, wie kann ich es so fotografieren, dass es etwas besonderes wird? Ist doch mein ganzer Stolz”
Jeder hat schonmal einen VW Golf gesehen, der ist nichts besonderes. Aber für den Besitzer ist er etwas aussergewöhnliches, weil er vermutlich Jahrelang dafür gespart hat und nun endlich stolzer Besitzer eines solchen Autos ist.
Jetzt kann er natürlich seinen Wagen auf dem Parkplatz knippsen, wie er zwischen all den anderen Fahrzeugen steht. Von vorne, von hinten aus einer stehenden Position heraus.
Er könnte aber auch hergehen, das Auto waschen und damit in´s Grüne fahren. Eine Seitenstrasse, oder eine schmale Strasse, auf der sonst eigentlich nur Trecker zwischen den Feldern hin und her fahren beispielsweise. Er könnte eine Tageszeit aussuchen, in der sich der Himmel blutrot in den Scheiben spiegelt, eine Decke mitnehmen und sich darauf bäuchlings vor´s Auto legen, um aus dieser Perspektive Fotos von seinem ganzen Stolz zu machen. Er könnte eine sehr kleine Brennweite wählen, durch die das Fahrzeug wuchtiger und grösser erscheint.
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mini-Fassade

Ein weiteres Beispiel sind Gebäude. Hier kommen noch Linien hinzu, die man als gestalterisches und spannendes Element in Szene setzen kann.

Das Portobello beim Medienhafen Düsseldorf

Oder Ihr pickt das Detail eines Gebäudes heraus, wie hier zum Beispiel die reich verzierte alte Tür eines denkmalgeschützten Hauses in Düsseldorf

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Eine Stahltreppe im Medienhafen Düsseldorf.
Allein die Streben der Treppe wären schon interessant genug, die Schatten allerdings geben dem Bild noch mehr Spannung und Struktur.

Auch die Anordnung der wesentlichen Bestandteile eines Bildes beeinflussen dessen Wirkung. Der Fotograf spricht hier vom sogenannten “goldenen Schnitt”

Dazu stellen wir uns das Bild im Sucher in neun gleiche Teile aufgeteilt vor, damit wird das Bild je dreimal in horizontaler und je dreimal in vertikaler Ausrichtung unterteilt und wir erhalten in der Mitte des Bildes vier Schnittpunkte

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Die Empfehlung heisst nun, den interessanten oder Aussagegebenden Teil des Bildes in einen dieser Schnittpunkte zu legen.
Bei einer Portraitaufnahme könnte dies zum Beispiel ein Auge sein, Bei einem Portrait sind die Augen der Teil des Bildes, der die meiste Beachtung findet.

Stichworte:

Blende
Belichtungszeit
Brennweite
Stativ
Blitzlicht
Studioblitz
Studiofotografie
Objektiv
Aufheller
Bildbearbeitung
HDR / HDRI
Bildaufbau
         - Gestaltungsmittel
                    Linien
                    Flächen
                    Formen
                    Licht
                    Perspektive
                    Farben

Bei Landschaftsaufnahmen sollte man darauf bedacht sein, den Horizont ebenfalls in eines der waagerechten Drittel zu legen, am besten an einer dieser imaginären Linien auszurichten. Fotos, auf denen der Horizont in der Mitte des Bildes verläuft, werden als langweilig empfunden, während man die Weite der Landschaft betonen kann, indem man den Horizont in das untere Drittel legt. Eine solche Aufnahme hat mehr Aussage und ist spannender.
Wo wir grad beim Horizont sind: Der ist unbedingt waagerecht zu fotografieren, insbesondere am Meer. Fotos, bei denen das Wasser zu einer Seite aus dem Bild herausläuft, sind eine Katastrophe. Nicht allein aus der Sicht der Fotoschule, sondern auch aus den Augen des Betrachters.
Auch sollte man darauf achten, dass ein Bild Tiefe hat. Bei Landschaftsaufnahmen könnte dies ein Strauch, ein Grashalm oder ein Ast sein, der unscharf bis maximal ein Drittel in´s Bild hineinragt. Ein solches unscharfes Objekt erzeugt eine gewisse Tiefe im Bild und macht es spannender.

Ebenso können sogenannte Eckenläufer für sehr viel Tiefe Sorgen, sie ziehen den Betrachter förmlich in´s Bild.
Allerdings ist dies ein Stilmittel, das man in begrenztem Masse einsetzen sollte und heute nicht mehr sehr oft zu sehen ist

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