Belichtungszeit

Die Blichtungszeit beeinflusst, genau wie die Blende, die Lichtmenge, die auf unseren Sensor fällt. Allerdings nicht über die Grösse der Öffnung, sondern über die Zeit, in der Licht auf den Sensor fällt.
Dazu läuft ein Schlitzverschluss im Kameragehäuse vor dem Sensor in waagerechter Richtung lang. Zum einen bestimmt die Breite dieses Schlitzes die Belichtungszeit, zum anderen die Geschwindigkeit des Ablaufs.
Auch dies wird mittels eines Einstellrades am Gehäuse eingestellt.

schlitzverschluss2
Nikon_F_09

Genau wie die Blende ist die Belichtungszeit ein gestalterisches Element.
Mit der Blende können wir die Tiefenschärfe bestimmen, mit der Belichtungszeit können wir schnelle Bewegungen einfrieren oder langsamere Bewegungen sichtbar machen.
Als Beispiel stellen wir uns einen Wasserfall vor:
Wähle ich eine sehr kurze Belichtungszeit, werden auf dem Foto die einzelnen Wassertropfen sichtbar und der Wasserfall sieht aus, als wäre er eingefroren. Die Wirkung ist ein dramatisches Foto
Stelle ich hingegen eine lange Belichtungszeit ein, so verschwimmen die Bewegungen im Wasserfall und das Bild wirkt ruhig.

Allerdings sind auch hier physikalische Grenzen gesetzt, denn kein Mensch ist in der Lage eine Kamera mehrere Sekunden so ruhig zu halten, dass keine Verwacklungen im Bild zu sehen sind. Als Faustregel kann man sagen:      1/Brennweite ist die Belichtungszeit. Das heisst, wenn wir mit einer Brennweite von 50mm arbeiten, brauchen wir eine Belichtungszeit von einer 50tel Sekunde. Bei einer Brennweite von 20mm würde eine 20tel Sekunde reichen.
Allerdings gibt es bei vielen der modernen digitalen Spiegelreflexkameras die Option, einen sogenannten Bildstabilisator zu benutzen. Mit Hilfe dieser Technik kann man die Belichtungszeit fast verdoppeln, also anstatt einer 20tel Sekunde würde auch eine 10tel reichen.

Verlängern wir die Belichtungszeit, müssen wir die Blende selbstverständlich verkleinern. Angenommen, wir könnten mit einer 60tel Sekunde Belichtungszeit bei Blende 8 fotografieren, so müssten wir die Blende auf 11 stellen, wenn wir mit einer 30tel Sekunde belichten wollen.

Allerdings sind das Dinge, um die man sich bei den modernen Kameras keine Gedanken mehr machen braucht. Sie stellen alles automatisch in Abhängigkeit des gewählten Motivprigramms ein. Hat man beispielsweise ein Portraitprogramm gewählt, so wird die Kamera automatisch eine recht grosse Blende einstellen und die Belichtungszeit entsprechend anpassen. Andersherum bei Sportprogrammen, bei denen es darum geht schnelle Bewegungen möglichst ohne Bewegungsunschärfe darzustellen. Hier wird die Kamera die kürzestmögliche Belichtungszeit einstellen und die Blende entsprechend anpassen.

Ich habe gelernt ohne diese Programme zu fotografieren und verwende lediglich die Zeitautomatk, da ich  die Blende lieber manuell vorwähle. Aber das ist eine rein persönliche Vorliebe.

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